Bindung zwischen Mensch und Hund

Heute will Ich Dir eine berührende Geschichte erzählen. Von Susanne, Bimba und von sicherer Bindung, die sich nicht einstellen wollte. Sichere Bindung zu leben ist etwas wunderschönes, ein sicherer Hafen zu sein, der dies ermöglicht, nicht immer einfach. Wir wissen, wie wichtig gesunde Beziehungen zwischen Mensch und Hund sind und wir bemühen uns, sichere Bindungspartner zu sein, auch wenn es uns nicht immer gelingt.

Auch Susanne mit Bimba war sich der Bedeutung bewusst und sie war sehr bemüht, für ihre Tierschutzhündin immer und überall verfügbar zu sein. Sie wollte alles richtig machen, wollte ihr Sicherheit geben und jeden Stress vermeiden, jedes Bedürfnis achten und die schlimme Vergangenheit in der Tötungsstation ausschalten. Verantwortung hat sie gross geschrieben und auch hoch gehalten. Sie holte sich Hilfe, hat die Hälfte ihres Ersparten in verschiedenste Hundetrainings investiert und wurde immer verzweifelter. Bimba veränderte sich nicht und mehrere TrainerInnen sagten ihr, sie sei nicht trainierbar. Bimba mochte keine Leckerchen und hatte auch keine Lust, zu spielen. Draussen wirkte sie wie ein Junkie, der jeden Geruch inhalierte und triebig vorausstürmte, mit Susanne am anderen Ende der Leine. Sie wollte auch keine Liebkosungen und war am liebsten für sich alleine. Susanne fühlte sich nutzlos, ungeliebt und als eine schlechte Hundehalterin.

Bindungsstörung und Traumatisierung

Susanne rutschte fast in eine Erschöpfungsdepression, als ich die beiden kennenlernte. Wir haben jegliches «Training» sofort gestoppt. Den Resetbutton gedrückt. So konnte einerseits Susanne von ihrer Aufgabe Abstand nehmen, Grosses zu erreichen und andererseits wurde Bimba  der Druck genommen, eine Hündin sein zu müssen, die sie im Moment nicht war. Leben zu lernen, war herausfordernd genug für sie.

Die beiden brauchten keine Ziele in der Zukunft. Keine schön gemalten Fantasien, die nicht umsetzbar waren und sich nicht am HIER und JETZT orientierten. Susanne und Bimba hatten sich an diesen unrealistischen Bildern aufgerieben, ohne sich einen Schritt näher zu kommen. Bimbas Vergangenheit in der Tötungsstation hatte tiefe Spuren hinterlassen. Sie war bindungsgestört und eventuell auch traumatisiert. Das wurde deutlich. Genaues wusste Susanne nicht.

Es brauchte eine Basis, in der vielleicht Entwicklung möglich sein würde. Es brauchte die Möglichkeit, zu verstehen, was gerade ist. Auch anzunehmen, was gerade ist. Ohne Abwertung, ohne Katastrophendenken, ohne Drama und ohne Schönmalerei. Es brauchte mich, um diesen Raum zu öffnen und die Situation, ganz egal wie lange es dauern würde,  mit den beiden auszuhalten. Und in Susannes Fall brauchte es viel Betrauern. Betrauern von dem, was sie so sehr vermisste, worauf sie sich doch mit Bimba so gefreut hatte. Die Ohnmacht zu spüren, durch die die beiden gegangen waren. Und das alles war wichtig und richtig und nötig. Und es war ok.

Nichts ist heilender, als wenn wir sein dürfen, wer wir sind, in einem sicheren Rahmen. Dann beginnen wir uns zu zeigen. Und dieses Vertrauen, das dadurch spürbar wird, ist unbeschreiblich berührend. Soziale Nähe kann entstehen, Altes darf vielleicht auch gehen und uns damit entlasten. Sowohl in der Psychotherapie mit Menschen, als auch bei der Arbeit mit Hunden.

Vertrauen, Respekt und Geduld

It’s all about TRUST, sagte einmal ein Referent bei der Traumatherapieausbildung. Eine Atmosphäre, in der Vertrauen herrscht, schafft vieles. Am Ende auch Veränderung. Der Respekt, das Verstehen der Geschichte und die Geduld, einen Prozess von Veränderung zu begleiten ist für mich nach wie vor eine der berührendsten und bereicherndsten Erfahrungen.

Wenn Du ein sicherer Bindungspartner sein möchtest, brauchst Du in erster Linie Verständnis für Dich selbst. Dich zu achten, Dich anzunehmen und Dich zu akzeptieren, ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Nur wenige Menschen dürfen in sicheren Bindungssystemen aufwachsen und haben gesunde und starke Wurzeln und bruchsichere Flügel mitbekommen. Die gute Nachricht ist, wir dürfen jederzeit nachreifen. Für uns selbst und für andere.

Und manchmal braucht es eine Bimba, die einen unsicher vermeidenden Bindungsstil mitbringt, um uns dessen bewusst zu werden.

Die Geschichte von Susanne und Bimba ist kein Märchen und deshalb hat es auch nicht so geendet. Die beiden sind auf ihrem gemeinsamen Weg und sicher ist nicht alles, aber vieles noch möglich. Sie haben einander besser kennengelernt, hingesehen und begonnen zu vertrauen. Bimba ist keine Kuschelmaus und keine aportierende Futterbeutelheldin geworden, aber eine Hündin, die endlich in einer verlässlichen Beziehung angekommen ist, in der sie sich erfahren und lernen darf, zu leben und Spass zu haben – und das gemeinsam mit Susanne.

Fürsorgliche, bindungsstärkende Begleitung

Es gibt diese Hunde, deren Leben – vielleicht sogar von Beginn an – sehr schwierig und eventuell traumatisierend war. Hunde, die bindungsgestört aufwachsen mussten, deren unerschütterliche Liebe zum Menschen beschädigt ist. Deren Vertrauen in sich selbst und andere irgendwo verloren ging. Hunde die dennoch, wenn auch nicht spürbar, ein sicheres Leben mit Spass und Freude an ihren Menschen leben wollen. Sie brauchen besondere Fürsorge und Unterstützung, und ihre Menschen auch.

Wenn Du Mensch-Hund-Teams auf diese bindungstärkende, bedürfnisorientierte und besondere Weise unterstützen möchtest, Verständnis schaffen und gesunde Beziehungen fördern willst, in denen auch die Freude und der Spass nie zu kurz kommen, dann ist unser Fernlehrgang zur/m Zertifizierten Stresstrainer/in genau das Richtige für Dich. Auch das Seminarkonzept zu Bindung und Beziehung wird deine Arbeit als TrainIn bereichern 🌟🐾 

Wenn Du Fragen hast, melde Dich gern jederzeit!

Deine Franziska
Gründerin und Ausbilderin – Die StresstrainerInnen